Dienstag, 7. Februar 2012

Reise in den Norden

Hallo hallo,

Bin jetzt wieder im geliebten Accra angekommen, nach einer aufregenden Woche im Norden. Zu zehnt reisen wir am Montag ab und nehmen den Bus Richtung Tamale. 15 Stunden dauert die Fahrt, aber der Bus ist super bequem und um 5Uhr morgens erreichen wir Tamale. Eigentlich wollen wir direkt weiter fahren zum Mole Nationalpark, aber – wie sollte es anders sein- der Bus fällt aus (Ghana halt). Ich mache mich mit Marcel auf den Weg durch sie stockdustere Stadt zur Trotro Busstation. Obwohl es noch Nacht ist tummeln schon überall Menschen und Frauen verkaufen warmes Gebäck. Wir wandern durch die Gassen aus Bussen und quatschen die Trotro Fahrer an, ob sie uns zu zehnt nach Mole fahren könnten. Nach langem hin und her und viel diskutieren steht auf einmal ein Trotro nur für uns da. Die Stimmung darauf ist natürlich super- zehn Obrunis (weiße;)) in einem Privattrotro brettern durch Ghana. Was es wirklich sehr gut trifft, denn sobald wir die Stadt verlassen gibt es keine geteerten Straßen mehr. Die rote, sandige Straße bahnt sich ihren Weg durch die trockene Landschaft. Alles um uns herum ist voller schulterhohem Gras und Farn. Da Trockenzeit ist, ist alles gelb und staubig- es sieht so richtig nach Afrika aus. Alle 20 Minuten taucht mal ein Minidorf auf. Ein paar runde Lehmhütten mit Strohdach und ein Wasserbrunnen bilden das Dorf. Abgeschiedener kann man kaum leben. Die Kinder am Straßenrand sind völlig fasziniert und schockiert, wie da ein Bus mit 10 komischen Weisen- alle wild winkend- durch die Wildnis rast. Ein kleiner Junge lässt vor lauter Schreck seine Kokosnuss fallen. Unser Wagen kommt mit den Straßenverhältnissen gar nicht klar. Er scheppert und kracht so heftig, dass man sich nihct unterhalten kann. Alles vibriert und hüpft, die Fensterscheiben klirren in den losen Rahmen und die zerlöcherte Tür geht dauernd auf. Unter meinen und Magdalenas Füßen befindet sich der Motor und nach einer halben Stunde können wir unsere Füße nicht mehr auf dem Boden abstellen, weil er glüht. Nach 2 Stunden steigt auf einmal schwarzer Rauch vor unseren Gesichtern auf und eine Stichflamme züngelt neben Magdalenas Bein auf. Wir fangen an wie verrückt zu schreien- nach 30 sec ist der Bus leerJ Unser Fahrer zerrt ein bisschen an den Kabeln herum und sagt dann völlig gelassen, dass wir wieder einsteigen können. Unser Vertrauen in den Fahrer sinkt allerdings etwas, als wir sehen, dass er vor dem weiterfahren am Boden kniend betet… Aber wir haben keine Wahl- wir stehen schließlich mitten im Nirgendwo. Nach weiteren 3 Stunden erreichen wir dann endlich Mole mit schmerzenden Gliedern und vom Sand rot gefärbten Gesichtern. Das Hotel im Nationalpark ist allerdings der Hammer! Es befindet sich auf einer Anhöhe mit fantastischem Blick auf ein Tal mit einer großen Wasserstelle. Auf der Terasse ist ein großer Pool. Dort liegen wir den ganzen Nachmittag in der Sonne,baden und beobachten das rege Treiben an der Wasserstelle. Elefanten baden im Wasser und Krokodile fläzen faul in der Sonne. Außerdem tollen unzählige Affen durch die Hotelanlage und eine Warzenschweinfamilie trottet an den Zimmern vorbei. Ein faszinierender Ort! Am nächsten Morgen machen wir eine Wanderung tiefer in den Nationalpark hinein. Wir stapfen durch die ausgedörrte Landschaft voller trockener Bäume, Sträucher und verbrannter Erden. So weit das Auge reicht, roter Sand und die Luft kratzt im Hals. 2 Stunden folgen wir unserem Guide durch die Wildnis und sehen tolle Tiere. Immer wieder kreuzen Warzenschweine und Antilopen unseren Weg und nach einer Stunde gelangen wir an eine Wasserstelle. Es ist wunderschön hier- die aufgehende Sonne taucht alles in ein warmes Licht, der See ist eingerahmt von Bäumen und alles spiegelt sich auf der glatten Wasseroberfläche. AM Rand stehen zwei Elefanten völlig ruhig in der Sonne und spiegeln sich im Wasser. Vögel umkreisen die Wasserstelle und Krokodile gleiten durchs Wasser. Langsam bewegen sich die zwei Kolosse ins Wasser und tollen wenig später vergnügt herum…
Nachmittags machen wir dann noch eine Jeep Tour. Wir sitzen auf dem Dach, den Fahrtwind im Gesicht und überblicken den Park.

Am nächsten Tag geht die Reise dann noch weiter in den Norden nach Wechiau. Natürlich fährt unser Bus mit 2 Stunden Verspätung los, aber das gehört hier ja zum guten Ton. Außerdem ists mal wieder gerappelt voll und wir sind die einzigen Weißen (wie immer). Nach einer Stunde Fahrt macht der Motor ein ganz trauriges Geräusch und kommt wenig später stotternd zum Stehen.4 Männer aus dem Bus werkeln eine halbe Stunde dran herum, dann geht’s weiter- für 500 Meter. Also wieder wild herumschrauben und dann 200 Meter weiter, bis das Ding wieder absäuft. Also alles raus aus dem Bus. Eine Stunde später ein Neuversuch. Mittlerweile ist die Mittagshitze voll eingebrochen und brennt erbarmungslos auf uns runter. Diesmal schaffen wir sogar ne halbe Stunde, bis der Fahrer uns vor einer Anhöhe aus dem Bus scheucht- das würde die Mühle nicht machen mit uns an Bord. Das Bild das sich dann ergibt ist zum Totlachen. Ein rauchender, rumpelnder Bus erklimmt einen Hügel und 40 Leute rennen hintendrein. Kurz vor der Spitze des „Berges“ gibt der Bus dann vollends den Geist auf und rollt rückwärts wieder runter. Erst als Männer Steine vor die Reifen werfen, können wir unser Gepäck raus holen. So stehen wir also in der Hitze im Nirgendwo und ich überlege schon woran ich meine unbändige Ungeduld und Wut rauslassen kann, als ein Jeep angerast kommt. Wir stürzen uns davor und fragen die Fahrer ob sie uns mitnehmen nach Wechiau und wie immer in Ghana klappen solche Spontanaktionen dann auchJ Die Weiterfahrt ist dann das reinste Vergnügen!

Als wir in Wechiau ankommen fühlt sich mein Körper zwar an, als wäre kein Knochen mehr am rechten Fleck, aber das Dorf ist toll! Hier sind wir nun wirklich im tiefen Afrika angelangt. Das Dorf hat keinen Anschuss zur Außenwelt bis auf einen zweistündigen Holperweg, es gibt keinen Strom, nur Lehmhütten und Wasser aus einem Brunnen. Jeder von uns bekommt einen Wassereimer zum Duschen und wir kochen mit unserem Guide an einer Feuerstelle Abendessen. Als es dunkel wird klettern wir wie die Einheimischen auf die Dächer und schlafen unter freiem Himmel. Über uns der Sternenhimmel und im Hintergrund wilde Geräusche und Trommeln aus der Ferne. Um 6 Uhr morgens laufen wir etwa eine Stunde zum „Black Volta River“. Dort gibt es Nilpferde und Krokodile und wir wollen eine Bootstour machen. Der Fluss ist wunderschön- spiegelglatt und breit zieht er sich durch die Dürre und die aufgehende Sonne ist angenehm warm. Allerdings wird uns etwas mulmig als wir das „Boot“ sehen. Ich hab mich ja auf ein kleines Boot eingestellt, aber diese Holzkiste macht mir dann doch zu schaffen. Als wir uns reinsetzen läuft es sofort voller Wasser und unser Bootsrand schließt fast genau mit der Wasseroberfläche ab. Gleichzeitig kommen mir dummerweise glassklare Erinnerungen an Bilder und Geschichten über Nilpferde in den Sinn. Nilpferde sind die gefährlichsten Tiere der Welt, weil sie sofort und meist tödlich angreifen, sobald sie sich bedroht fühlen. Sie haben ein Gebiss, mit dem sie unsere Sardinendose mit einem Happs zerbeißen können und wenn sie uns nicht erledigen sind da ja noch die Krokodile. Da hilft es auch nicht, dass Julian erwähnt, dass bei seinem letzten Besuch hier (er war schon einmal vor 3 Monaten hier) ganz andere Guides da waren und er keinen einzigen wieder gesehen hat… Nach der anfänglichen kurzen Panik setzt dann die gewohnte Gleichgültigkeit in solchen Situationen bei uns ein- jetzt ists eh zu spät! Und natürlich wird’s wieder ein toller, aufregender Ausflug- wir sehen sogar drei Nilpferde ziemlich nah.
Noch am selben Tag geht’s dann 15 Stunden zurück ins zivilisierte AccraJ Ich fühle mich in der Stadt wirklich super wohl und es ist zu einem zuhause geworden.

Donnerstag, 26. Januar 2012

Street Academy and more

Hallöchen ihr lieben,

Seit letztem mal hat sich wieder eine Menge hier ereignet!

Seit zwei Wochen arbeite ich jetzt in einer Schule für Straßenkinder. Das Journalismusprojekt liegt gerade auf Eis- morgen bekomme ich wegen einer neuen Zeitung bescheid und deswegen überbrücke ich die Zeit mit einem anderen Projekt. Die Schule macht unheimlich viel Spass. Ich unterrichte eine Klasse mit etwa 25 Schülern, die zwischen 4 und 7 Jahren sind. Wir üben Vocabeln, Rechnen, malen, … Allerdings ist das Schulsystem in Ghana etwas anders gestrickt. Das Klassenzimmer ist draußen unter einem zerlöchertem Zeltdach, die Tische sind alt und klapprig, es gibt eine zerbrochene Tafel und eine handvoll Stifte. Die Kinder leben auf der Straße, haben oft keine Eltern und wohnen in den Slums in Accra. Einige von ihnen trinken in der Schule Parfum oder ähnliches, weil sie angehend alkoholabhängig sind. Die meisten Kinder sind aber sehr lieb und kontaktfreudig. Wenn wir morgens kommen springen sie an uns hoch, küssen uns und tanzen um unsere Beine herum. Während wir dann mit viel Geduld ;) den Kids versuchen etwas beizubringen, läuft immer mal wieder eine Ziege oder ein Huhn durchs Klassenzimmer. Leider ist es in Ghana ganz normal die Kinder zu schlagen. Jeder Lehrer hat eine Rute in der Hand und schlägt auf Hände, den Kopf oder den Rücken ein, wenn die Kleinen nicht hören oder eine falsche Antwort geben. Dadurch ist schlagen das einzige Druckmittel geworden- auf schimpfen oder ermahnen reagiert hier kein Kind. Nachmittags ist dann in der Schule Sport angesagt. Wir sitzen immer völlig fasziniert beim Boxen und beobachte die Kinder. Viele von den Kleinen boxen wie Profis- mich würden die mit einem Schlag umhauen. Es gibt auch Fußball, Hockey, Tanzen und Singen. Zum Schluss kaufen wir immer für alle Wasser und dann bricht Krieg aus! Die Kleinen ticken völlig aus, schreien und prügeln sich um ein Päckchen Wasser zu ergattern. Manchmal reisen sie uns sogar zu Boden um uns das Wasser aus der Hand zu schnappen…

Neben der Arbeit ist am Wochenende immer viel Zeit um zu verreisen. Vor zwei Wochen waren wir an einem wunderschönen Strand, voller Palmen und einem kristallklaren Meer. Nachmittags kommen Frauen mit Platten voller frischer Ananas und Mango vorbei. IN Ghana sind die meisten Strände völlig unberührt und man trifft keinen einzigen Touristen. Wir baden den ganzen Tag und sitzen bis nachts am Meer zusammen.

Letztes Wochenende machen wir eine Fahrt in den Osten nach Cape Coast und in den Kakum Nationalpark. Nach 5 Stunden erreichen wir Cape Coast, eine ganz außergewöhnliche Stadt. Es gibt fast nur richtige Backsteinhäuser und die Stadt liegt mitten am Meer. Hier sieht es ganz anders aus, als in Accra. Es ist viel ruhiger, sauberer und es sieht fast ein bisschen aus wie in einem italienischen Städtchen. DIe größte Sklavenburg Ghana’s kann man hier besichtigen und es ist schön einfach durch die Straßen zu bummeln und am Strand die Sonne zu genießen. Abends kommen wir dann in unserem Hotel an. Eine ganz tolle Anlage direkt am Meer. Wir schlafen in kleinen afrikanischen Hütten in großen Holzbetten, an den Wänden sind bunte Malereien und hölzerne Elefanten stehen an den Wänden. Nachts hört man das Meer rauschen und der erste Blick morgens ist ein palmengesäumter Strand.

Am nächsten Morgen geht dir Reise dann weiter in den Kakum Nationalpark. Erst laufen wir eine halbe Stunde durch den dicht bewachsenen Urwald, bevor wir zu einem riesigen System aus ewig langen Hängebrücken kommen. Diese schmalen Brücken hangeln sich in 40 m Höhe über den Urwald von Baum zu Baum in der Luft. Der Ausblick ist atemberaubend- unter uns ein Meer aus grünen Pflanzen, so weit das Auge reicht afrikanischer Urwald. Überall zwitschert es und man kann Affen kreischen hören. Leider habe ich Höhenangst, was ich jetzt zu spüren bekomme. Als ich da auf diesen 1 m breiten, uralten Hängebrücken laufe und hinunter sehe wird mir extrem mulmig. Zudem viele Bretter unter meinen Füßen zersplittert sind und die Seile aussehen wie aus dem 18 Jahrhundert. Außerdem sind wir einfach extrem hoch und die Brücken sind zum Teil 60 m lang. Alles schwankt und kracht und mir wird schlecht vor Herzrasen. Lisa hinter mir hat einen heiden Spaß, hängt sich mit dem Oberkörper aus den Seilen und will mir dauernd spektakuläre Stunts zeigen. Als ich sie dann etwas ungehalten bitte die Schnauze zu halten verstummt sie für kurze Zeit und lacht mich dann schallend aus… Gefühlte 10 Stunden später berühren meine Füße wieder festen Boden.

Diese Woche arbeite ich wieder, gehe an den Strand und gehe abends mit den Leuten in Accra weg. Die ghanaer feiern immer- jeden Tag. Musik und Tanz sind hier Lebensinhalt.

Tagsüber schwitzt man wie blöd. Zwischen 11 und 16 Uhr hat es immer ca. 35 Grad und man ist eigentlich immer komplett nassgeschwitzt. Abends ist es dann angenehm warm und man spürt die Sonne von tagsüber noch auf der Haut. Ich sitze hier auch noch die ganze Nacht im Kleid herum. Toll ist, dass auf den Straßen immer Frauen mit Wassertüten auf dem Kopf herumlaufen. Man braucht nur seine Hand aus dem Taxi oder Trotro zu strecken, schon hat man kaltes Wasser. Das Wasser gibt es hier nur in kleinen Plastiktüten, in die man ein kleines Loch beißen muss um zu trinken.

Dieses Wochenende geht’s für eine koplette Woche in den Norden des Landes nach Tamale und den Mole Nationalpark. Wir sind 10 Leute und es wird sicher aufregend. Hier schonmal ein kleiner Vorgeschmack: 25 Stunden Bus fahren, ein Hotel im Jungle, Affen, Elefanten, Krokodile, schlafen in einem kleinen Dorf auf den Hausdächern… es wird also sicher wieder sehr aufregendJ

Ein ganz fester Drücker aus Ghana an alle!!

Donnerstag, 12. Januar 2012

there is no hurry in life

Halli hallo,

endlich komme ich zu einem neuen eintrag… es ist viel passiert seit letztem mal- eigentlich erlebt man alle halbe stunde etwas total abgefahrenes und kann sich gar nicht alles merken. Aber ich wills mal versuchen;)

letztes wochenende habe ich die erste tour durch ghana mit zwei mädels aus meinem haus gemacht. Wir fahren zum Volta-See, der größte stausee akrikas. wir nehmen den bus von accra nach hohoe. Der ist sogar relativ bequem und die fahrt dauert 6 stunden. Wir durchqueren viele kleine dörfer, in denen sich die menschen tummeln. Das ist etwas ganz typische sin ghana- die leute sitzen abends in gruppen zusammen, kochen, tanzen undm schlendern durch die straßen. Es bleibt ja die ganze nacht wunderbar warm. Ghanaer sind sehr gesellige, soziale menschen- alleine ist man eigentlich nie. Ich habe auch noch nie so viele kinder gesehen. Überall springen sie herum, spielen fussball und nehmen einen bei der hand. Immer wenn wir an einer gruppe kinder vorbeilaufen rufen sie uns laut „obroni“ hinterher. Das heißt soviel wie Weiser. Man fällt eben auf wie ein bunter hund.

In hohoe kommen wir erst um 21 uhr an. Laut auswärtuigen amt und reiseführer gibt es nur eins, worauf man beim reisen wirklich achten sollte und das ist nie im dunkeln irgendwo anzukommen. Wir schaffen das gleich beim ersten tag, weil es hier schon um 18 uhr dunkel istJ also suchen wior uns im dunkeln ein taxi, das uns ins 25 kilometer entfernte dorf bringt, von wo aus wir eine wasserfall tour am nächsten tag machen wollen. Endlich finden wir ein taxi, das unser hotel im nirgendwo kennt. Ich bekomme allerdings ein mulmiges gefühl, als da zwei männer im taxi sitzen. Aber wir haben keine wahl und so siotzen wir wenig später zu dritt hinten und rasen durch die nacht. Die straße wird immer heftiger- der weg ist übersät mit tiefen schlaglöcher, sodass das auto kracht als würde alles auseinander fallen. Der fahrer tritt unbeeindruckt aufs gas, die beiden lachen und drehen brutalst laut afrikanische musik auf. Die situation könnte nicht skurriler sein. Lisa zu meiner rechten singt lauthals „i need an afrikan man“ im radio mit, während magdalena zu meiner linken vor lauter angst ihren kopf im rucksack vergräbt- ich glaube sie betet. Ich bin nicht sicher, was ich denken soll. Also gebe ich mich entspannt, lächle den fahrern zu und umklammere in meiner tasche mein pfefferspray. Wir fahren und fahren, es ist nur stockdunkler urwald um uns und wir haben jegliche orientierung verloren. Als dann auf einmal das schild „water heights hotel“ im scheinwerferlicht unseres autos auftaucht, würde ich den fahrer am liebsten küssen. Völlig fertig fallen wir um 23 uhr ins bett.

Morgens stehen wir um 6 uhr auf, frühstücken und laufen durch das kleine dorf zum office. Der ort liegt direkt am regenwald. Alles hier ist sehr einfach, aber wunderschön. In den dörfern sind sie häuser gepflegter und größer als in der großstadt. Die menschen haben viel mehr raum, die hühner und ziegen laufen frei herum, in der sonne trocknet die wäsche und männer mit brauner, faltiger haut sitzen am straßenrand und lächeln uns zahnlos hinterher. alle sind sehr gastfreundlich und herzlich. Um 8 uhr geht dann unsere wasserfall tour los. Erst laufen wir 45 minuten zum ersten wasserfall. Der wald ist tiefgrün, palmen wechseln sich ab mit kakteen und einem meer aus bäumen und sträuchern. Oft kann man den himmel nicht mehr sehen. Alles zwitschert und knackt um uns herum und die luft ist voller schmetterlinge. Der wasserfall ist toll. Von weit oben stürzt das wasser in den kleinen, blauen see vor uns. Man spürt die wassertropfen angenehm auf dem gesicht und das rauschen klingt in den ohren.

Dann treten wir den aufstieg zum zweiten wasserfall an, der weit oben am gipfel der berge ist. Der pfad geht steil den wild bewachsenen hang hinauf. Man muss auf allen vieren klettern um überhaupt vorran zu kommen. Der weg ist nur einen meter breit, voller wurzeln und steine. So besteigen wir 2 stunden den gipfel. Es ist sehr anstrengend, aber nach einer zeit gewöhnt man sich an die anstrengung und das brenne in der lunge und den beinen lässt nach. Es ist toll unter den bäumen durchzukriechen und über die wurzeln zu klettern. Wir sehen eine kleine schlange, unzählige bunte käfer und eine menge unbekannter insekten. Völlig nassgeschwitzt erreichen wir dann den wasserfall und der blick ist gigantisch. Wir stehen am abhang und können von oben sehen wie die wassermassen hinunterbrausen. Nach einer kurzen pause geht’s denselben pfad wieder hinunter. Abends sitzen wir gemütlich im garten des hotel, trinken bier und hören den trommeln zu, die aus dem dorf zu uns herein klingen.

Am nächsten morgen geht es dann zurück nach accra, fafür nehmen wir um 5 uhr morgens ein taxi nach hohoe zurück. Um 6 uhr fährt das trotro von dort aus dann los nach akasombo. Dort machen wir einen zwischenstopp, weil wir noch eine bootstour über den volta-see machen wollen. Um 10:30 uhr legt das große boot ab und zu eine kleinen insel auf dem see. Es ist ganz schön was los auf dem schiff. Eine band spielt raggy music, es gibt ein buffet und ein tolles deck. Dort setze ich mich ganz vorne entspannt in die sonne, genieße den kühlen wind und schaue auf den rießigen see vor mir. Der see ist so groß, dass man das gefühl hat auf dem meer zu segeln. Ein sehr schöner tag!

Abends wollen wir dann ein taxi nach accra weiter nehmen, aber natürlich bekommen wir kein trotro mehr. Es wird schon wieder dunkel und wir stehen in dem mini-dorf etwas verloren herum. Dann taucht auf einmal eine riesige gruppe von gläubigen jugendlcihen auf. Das erkennt man an den t-shirts die sie tragen auf denen ein gigantischer jesus kopf abgebildet ist. Sie sind mit einem großen bus unterwegs, der in unsere richtung fährt. Als sie uns da sehen mit unseren backpacks und offensichtlich leicht verloren, nehmen sie uns kurzerhand ein stück mit. So sitzen wir also zwischen diesen tiefgläubigen jugendlichen, unterhalten uns und hören afrikanische musik. Später packen sie dann auch noch ihre trommeln aus, singen und halten uns ihre kameras ins gesicht- wir sind ganz ungewollt wieder die attraktion des abendsJ

Diese woche habe ich noch kein projekt- die uhren in ghana schlagen einfach etwas langsamer als bei uns. Hektik kennen die ghanaer nicht. Aber ab nächster woche kann ich dann hoffentlich bei einem TV sender in accra anfangen. Er heißt „tv afrika“ und soll wohl ganz gut sein- ich bin gespannt. Also verbringe ich die woche in accra, gehe zu den überfüllten märkten einkaufen, liege am strand, gehe baden... ghana ist wahnsinnig heiß- zwischen 11 und 15 uhr schwitzt man wie verrückt. Die kleidung klebt einem den ganzen tag am körper. Toll ist, das in der ganzen stadt und auf jeder straße frauen getränke auf dem kopf herumtragen und verkaufen. Man braucht nur seine hand mit 5 cent aus dem fenster zu strecken und schon rennt eine frau herbei und reicht einem das kalte wasser in plastiktüten. Wir trinken hier nur aus diesen kleinen tüten- man beisst einfach eine ecke ab und trinkt aus dem beutel- flaschen gibt es nicht so oft. Ab 15 uhr wird es dann total angenehm. Jeden abend sitzen alle aus dem haus bei einem bier gemütlich draußen und genießen die laue nacht. Selbst um 4 uhr nachts trage ich nur ein kleid. Die leute hier sind alle super drauf und ich fühle mich sehr wohl im haus! Heute abend und morgen wird hier vorgetrunken und dann geht’s in die stadt in verschiedene clubs. Am Samstag und Sonntag fahre ich mit 5 anderen aus dem haus nach winneba, einem traum strand in der nähe von accra. Ich genieße sehr meine zeit hier und fange an den lebensstil der ghanaer anzunehmen: „there is no hurry in life“ ;)

Donnerstag, 5. Januar 2012

GHANA -endlich mal wieder den rucksack aufschnallen

hey hey,
glaubs gar nicht dass ich wieder nen blog schreibe:)) wurde ja mal wieder zeit, dass ich meinen rucksack ausfuehre-der hat schon herablassend auf mich runtergeschaut in meinem zimmer. hiermit entschuldige ich mich schon einmal fuer die fehler in den texten-die tastatur hier bringt mich echt auf die palme....
seit drei tagen bin ich jetzt also hier in ghana und es istwarscheinlcih das fremdeste, urspruenglichste land, das ich bisher bereist bin! NICHTS ist wie in deutschland! es hat 30 grad von morgens bis nachts-ich sitze gerade mit kleid um 20 uhr hier und schwitze immer noch. ich wohne hier mit 15-20 anderen deutschen studenten in einem grossen haus mit terasse und garten. als ich das erste mal das haus betrete trifft mich fast der schlag: der boden ist sandig und lehmig, die zimmer vollgestellt mit uralten hochbetten, bei denen jede nacht duie lattenroste runterkrachen wenn man nicht aufpasst, die kueche ist eine dunkle kammer mit gefaehrich assehenden kabeln und einem herd von vor 100 jahren, ueberall liegen kleider und bierdosen:)... aber ich finds super! man fuehlt sich sofort wohl, die leute sind super nett und lustig drauf-ueberall liegt irgendwer in der sonne oder in der haengematte, man kocht zusammen, geht abends weg in accra odr siotzt gemuetlich mit nem bier auf der terrasse.
gestern und heute waren wir in verschiedenen parts der stadt. und das ist echt ein erlebnis! wir fahren mit einem trotro(kleinbuss) durch die stadt und ich verstumme die ersten stunden vollstaendig , weil ich gar nicht fassen kann, was da draussen passiert. es ist ein einziges chaos aus fahrzeugen, die ohne jede verkehrsregel durcheinander rasen. die trotros scheppern so, dass ich angst habe, dass es bei jeder kurve einfach auseinanderbricht. anschnallen-was ist das? blinken?-voellig ueberbewertet! vor dem fenster ziehen sich unendliche siedlungen aus wellblechhaeusern, lehmhuetten und rauchschwaden-kilometerweit. nackte kinder spielen in den gassen fussball, ausgebrannte autos tuermen sich am strassenrand, frauen ziehen schweinen am strassenrand die haut ab, waehrend die kindr strahlend mit allem spielen, was da so zu ihnen herunterfaellt, alle paar meter steht ein tante-emma-laden unterm wellblechdach, wo man alles kaufen kann von cola bis zu schweinefuessen, ziegen kreuzen die fahrbahn, riesige mearkte tauchen rechts und linkls auf voll mit gewuerzen, gemuese, allen arten von tieren, kleidung... wir fahrn an einem gigantischen feld vorbei, auf dem afrikaner oberkoerperfrei und barfuss tonnenweise platikmuell verbennen. gleich dahinter erstreckt sich ein riesiges wohngebiet, in dem hunderte familile leben-die lebenserwartung betreagt 40 jahre.
das leben hier ist wahnsinnig einfach-die wenigsten haben fliessend wasser oder strom und leben ein sehr einfaches leben an der strasse. und trotzdem habe ich noch nie so viele lachende und schoene menschen gesehen! fast ueberall werde ich angeredet und herzlich willkommen geheissen. die kinder nehmen einen bei der hand und tanzen, die kleinen jungs zwinkern mir so frech zu, dass ich rot werde... ueberall hoert man die laute, "dreckige" lache der ghanaer, die einen sofort ansteckt.
morgen fahre ich mir zwei meadels nach hohoe-riesigen wasserfaellen, an denen wir eine 4 stuendige wanderung machen. dort schlafen wir dann auch und machen uebermorgen warscheinlich eine volta-see-bootstour. bin schon gespannt was das land sonst so zu bieten hat:)