Donnerstag, 12. Januar 2012

there is no hurry in life

Halli hallo,

endlich komme ich zu einem neuen eintrag… es ist viel passiert seit letztem mal- eigentlich erlebt man alle halbe stunde etwas total abgefahrenes und kann sich gar nicht alles merken. Aber ich wills mal versuchen;)

letztes wochenende habe ich die erste tour durch ghana mit zwei mädels aus meinem haus gemacht. Wir fahren zum Volta-See, der größte stausee akrikas. wir nehmen den bus von accra nach hohoe. Der ist sogar relativ bequem und die fahrt dauert 6 stunden. Wir durchqueren viele kleine dörfer, in denen sich die menschen tummeln. Das ist etwas ganz typische sin ghana- die leute sitzen abends in gruppen zusammen, kochen, tanzen undm schlendern durch die straßen. Es bleibt ja die ganze nacht wunderbar warm. Ghanaer sind sehr gesellige, soziale menschen- alleine ist man eigentlich nie. Ich habe auch noch nie so viele kinder gesehen. Überall springen sie herum, spielen fussball und nehmen einen bei der hand. Immer wenn wir an einer gruppe kinder vorbeilaufen rufen sie uns laut „obroni“ hinterher. Das heißt soviel wie Weiser. Man fällt eben auf wie ein bunter hund.

In hohoe kommen wir erst um 21 uhr an. Laut auswärtuigen amt und reiseführer gibt es nur eins, worauf man beim reisen wirklich achten sollte und das ist nie im dunkeln irgendwo anzukommen. Wir schaffen das gleich beim ersten tag, weil es hier schon um 18 uhr dunkel istJ also suchen wior uns im dunkeln ein taxi, das uns ins 25 kilometer entfernte dorf bringt, von wo aus wir eine wasserfall tour am nächsten tag machen wollen. Endlich finden wir ein taxi, das unser hotel im nirgendwo kennt. Ich bekomme allerdings ein mulmiges gefühl, als da zwei männer im taxi sitzen. Aber wir haben keine wahl und so siotzen wir wenig später zu dritt hinten und rasen durch die nacht. Die straße wird immer heftiger- der weg ist übersät mit tiefen schlaglöcher, sodass das auto kracht als würde alles auseinander fallen. Der fahrer tritt unbeeindruckt aufs gas, die beiden lachen und drehen brutalst laut afrikanische musik auf. Die situation könnte nicht skurriler sein. Lisa zu meiner rechten singt lauthals „i need an afrikan man“ im radio mit, während magdalena zu meiner linken vor lauter angst ihren kopf im rucksack vergräbt- ich glaube sie betet. Ich bin nicht sicher, was ich denken soll. Also gebe ich mich entspannt, lächle den fahrern zu und umklammere in meiner tasche mein pfefferspray. Wir fahren und fahren, es ist nur stockdunkler urwald um uns und wir haben jegliche orientierung verloren. Als dann auf einmal das schild „water heights hotel“ im scheinwerferlicht unseres autos auftaucht, würde ich den fahrer am liebsten küssen. Völlig fertig fallen wir um 23 uhr ins bett.

Morgens stehen wir um 6 uhr auf, frühstücken und laufen durch das kleine dorf zum office. Der ort liegt direkt am regenwald. Alles hier ist sehr einfach, aber wunderschön. In den dörfern sind sie häuser gepflegter und größer als in der großstadt. Die menschen haben viel mehr raum, die hühner und ziegen laufen frei herum, in der sonne trocknet die wäsche und männer mit brauner, faltiger haut sitzen am straßenrand und lächeln uns zahnlos hinterher. alle sind sehr gastfreundlich und herzlich. Um 8 uhr geht dann unsere wasserfall tour los. Erst laufen wir 45 minuten zum ersten wasserfall. Der wald ist tiefgrün, palmen wechseln sich ab mit kakteen und einem meer aus bäumen und sträuchern. Oft kann man den himmel nicht mehr sehen. Alles zwitschert und knackt um uns herum und die luft ist voller schmetterlinge. Der wasserfall ist toll. Von weit oben stürzt das wasser in den kleinen, blauen see vor uns. Man spürt die wassertropfen angenehm auf dem gesicht und das rauschen klingt in den ohren.

Dann treten wir den aufstieg zum zweiten wasserfall an, der weit oben am gipfel der berge ist. Der pfad geht steil den wild bewachsenen hang hinauf. Man muss auf allen vieren klettern um überhaupt vorran zu kommen. Der weg ist nur einen meter breit, voller wurzeln und steine. So besteigen wir 2 stunden den gipfel. Es ist sehr anstrengend, aber nach einer zeit gewöhnt man sich an die anstrengung und das brenne in der lunge und den beinen lässt nach. Es ist toll unter den bäumen durchzukriechen und über die wurzeln zu klettern. Wir sehen eine kleine schlange, unzählige bunte käfer und eine menge unbekannter insekten. Völlig nassgeschwitzt erreichen wir dann den wasserfall und der blick ist gigantisch. Wir stehen am abhang und können von oben sehen wie die wassermassen hinunterbrausen. Nach einer kurzen pause geht’s denselben pfad wieder hinunter. Abends sitzen wir gemütlich im garten des hotel, trinken bier und hören den trommeln zu, die aus dem dorf zu uns herein klingen.

Am nächsten morgen geht es dann zurück nach accra, fafür nehmen wir um 5 uhr morgens ein taxi nach hohoe zurück. Um 6 uhr fährt das trotro von dort aus dann los nach akasombo. Dort machen wir einen zwischenstopp, weil wir noch eine bootstour über den volta-see machen wollen. Um 10:30 uhr legt das große boot ab und zu eine kleinen insel auf dem see. Es ist ganz schön was los auf dem schiff. Eine band spielt raggy music, es gibt ein buffet und ein tolles deck. Dort setze ich mich ganz vorne entspannt in die sonne, genieße den kühlen wind und schaue auf den rießigen see vor mir. Der see ist so groß, dass man das gefühl hat auf dem meer zu segeln. Ein sehr schöner tag!

Abends wollen wir dann ein taxi nach accra weiter nehmen, aber natürlich bekommen wir kein trotro mehr. Es wird schon wieder dunkel und wir stehen in dem mini-dorf etwas verloren herum. Dann taucht auf einmal eine riesige gruppe von gläubigen jugendlcihen auf. Das erkennt man an den t-shirts die sie tragen auf denen ein gigantischer jesus kopf abgebildet ist. Sie sind mit einem großen bus unterwegs, der in unsere richtung fährt. Als sie uns da sehen mit unseren backpacks und offensichtlich leicht verloren, nehmen sie uns kurzerhand ein stück mit. So sitzen wir also zwischen diesen tiefgläubigen jugendlichen, unterhalten uns und hören afrikanische musik. Später packen sie dann auch noch ihre trommeln aus, singen und halten uns ihre kameras ins gesicht- wir sind ganz ungewollt wieder die attraktion des abendsJ

Diese woche habe ich noch kein projekt- die uhren in ghana schlagen einfach etwas langsamer als bei uns. Hektik kennen die ghanaer nicht. Aber ab nächster woche kann ich dann hoffentlich bei einem TV sender in accra anfangen. Er heißt „tv afrika“ und soll wohl ganz gut sein- ich bin gespannt. Also verbringe ich die woche in accra, gehe zu den überfüllten märkten einkaufen, liege am strand, gehe baden... ghana ist wahnsinnig heiß- zwischen 11 und 15 uhr schwitzt man wie verrückt. Die kleidung klebt einem den ganzen tag am körper. Toll ist, das in der ganzen stadt und auf jeder straße frauen getränke auf dem kopf herumtragen und verkaufen. Man braucht nur seine hand mit 5 cent aus dem fenster zu strecken und schon rennt eine frau herbei und reicht einem das kalte wasser in plastiktüten. Wir trinken hier nur aus diesen kleinen tüten- man beisst einfach eine ecke ab und trinkt aus dem beutel- flaschen gibt es nicht so oft. Ab 15 uhr wird es dann total angenehm. Jeden abend sitzen alle aus dem haus bei einem bier gemütlich draußen und genießen die laue nacht. Selbst um 4 uhr nachts trage ich nur ein kleid. Die leute hier sind alle super drauf und ich fühle mich sehr wohl im haus! Heute abend und morgen wird hier vorgetrunken und dann geht’s in die stadt in verschiedene clubs. Am Samstag und Sonntag fahre ich mit 5 anderen aus dem haus nach winneba, einem traum strand in der nähe von accra. Ich genieße sehr meine zeit hier und fange an den lebensstil der ghanaer anzunehmen: „there is no hurry in life“ ;)

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